Nicht nur ältere oder gehandicapte Menschen stellen besondere Ansprüche an das Badezimmer, auch Kinder haben andere Bedürfnisse. Foto: Messe Frankfurt/Petro Sutera

Sanitär

Badkonzepte für Generationen

Im Bad geht es nicht nur um Geschmacks­fragen, sondern um ein entscheidendes Stück Lebensqualität.

Immer mehr Menschen erkennen, dass im Bad die Weichen für ein langes selbstbestimmtes Leben gestellt werden. Damit kann man nicht früh genug anfangen. Eigentlich beginnt es schon im Kindesalter, denn auch die ­Kleinsten sollen sich im Bad selbstständig bewegen können, ohne dass eine alarmierte Mama ihnen auf Schritt und Tritt folgen muss. Und wenn Papa vor dem Start ins Büro noch schnell seine ­Power-Dusche genießen will, sollte er nicht an den vom Sohnemann manipulierten Armatureinstellungen verzweifeln.
Gesucht wird in Zukunft also ein Bad, das den Ansprüchen ganz unterschiedlicher Nutzer gerecht wird. Ein der Idee des Genera- tionenbads folgender „Easy Bathroom“, einfach, praktisch und zeitlos schön: Ein Zimmer für junge und für alte Menschen, die sich nicht alt fühlen. Handicaps, gleich welcher Art, dürfen bei der Planung eines Bades nicht im Vordergrund stehen. Vielmehr muss alles das weggelassen werden, was Einzelne diskrimi­nieren würde. Die Kunst dabei liegt in der Reduktion.

Trend zum „Easy Bathroom“
Auf der ISH in Frankfurt wurde der Trend „Easy Bathroom: Einfacher geht’s nicht“ gezeigt und beschreibt den Trend zu einem universellen Badkonzept.
Kategorien wie Standard, Stilbad, Designerbad oder behindertengerechtes Badezimmer verlieren an Bedeutung, denn zum einen ist der De­signanspruch selbst für Standardlösungen enorm gestiegen und zum anderen gibt es einen wachsenden Bedarf an Bädern „dazwischen“ – zwischen ori­ginellem Designerbad und neutraler Standardlösung, zwischen „barrierefrei“ und Komfortbad. Ein unkompliziertes, elegant-schlichtes Bad ohne viel Firlefanz, in dem man sich „easy“, also auf ganz entspannte Art und Weise, wohlfühlen kann. Aber eben auch ein Bad für die Jahre „dazwischen“, in dem die Nutzer den Luxus genießen wollen, den sie sich inzwischen leisten können, mit einer Ausstattung, die ein selbstständiges Leben im höheren Alter ermöglicht, ohne dabei an das Älterwerden zu erinnert zu werden.

Vor diesem Hintergrund entwi­ckelt die Sanitärbranche Pro­dukt­programme und attraktive Gestaltungskonzepte für Bäder, die auch jenseits der markt­üblichen Baunormen eine „unbeschränkte“ Nutzung zulassen – bei höchstem ästhetischen Anspruch. Ebenso wichtig wie die einfache Zugänglichkeit von Waschtisch, Dusche, WC und Badewanne ist dabei die intuitive Nutzungsqualität. Denn Technik soll unser Leben nicht komplizierter machen, sondern vereinfachen.

Alles zum Thema Barrierefreie Badplanung in Ausgabe 6/2011 ab Seite 28.