
Heizung
Wenig Aufwand, große Wirkung
Drahtlose Einzelraumregelung nutzt große Einsparpotenziale.
Wohl kaum jemand käme auf die Idee, stunden- oder gar tagelang Licht in ungenutzten Räumen brennen zu lassen. Bei der Heizung sieht man das ungleich lockerer. Dabei liegen genau hier vielfach unterschätzte Einsparpotenziale, die sich mit kleinen Investitionen leicht und komfortabel nutzen lassen.
Falsch geschätzter Energieverbrauch
Die Verbraucher bewerten ihren Bedarf für elektrische Energie um fast das Fünffache zu hoch, so eine Studie der DENA (Deutsche Energieagentur). Dafür wird die Heizung – übrigens ebenso wie der Energieverbrauch für PKW – gewaltig unterschätzt, nämlich um die Hälfte des tatsächlichen Bedarfs. So kommt es, dass Verbraucher subjektiv das Gefühl haben, eineinhalb Mal so viel Energie für Elektrogeräte aufzuwenden als für die Heizung. Falscher geht
es kaum, denn in Wahrheit gehen 87 Prozent des häuslichen Energiebedarfs – also das rund Siebenfache – auf das Konto von Heizung sowie Warmwasserbereitung, und nur die restlichen 13 Prozent sind elektrische Energie. Noch deutlicher stellt sich die Lage dar, wenn man die reinen Energieverbräuche für Heizung (75 Prozent) und Licht (3 Prozent) vergleicht. Dann zeigt sich, dass die Haushalte 25 Mal so viel Energie für die Heizung als für das Licht aufwenden.
Auch die Anstrengungen zum Energiesparen entsprechen eher dem subjektiven Empfinden als den tatsächlichen Werten des Energieverbrauchs. So brennt in der Praxis kaum noch eine Leuchte zuviel, werden Solarleuchten installiert, Leuchtmittel gegen solche mit niedrigeren Leistungsdaten oder energiesparenden Techniken ausgetauscht. Oder als „Stromfresser“ geoutete sogar per Gesetz gänzlich verboten. Aber selbst wenn sich so – oftmals mit nicht ganz billigen Investitionen – im Extremfall bis zu 80 Prozent der Beleuchtungsenergie sparen lassen, sind das immer noch nur rund 2,5 Prozent des gesamten häuslichen Energiebedarfs. Dabei lässt sich mit relativ geringem Aufwand bis zum Zehnfachen sparen. Nur dadurch, dass man – genauso wie beim Licht – die Heizung
in den Räumen und zu den Zeiten abschaltet, in denen man sie nicht braucht. Je nach Nutzergruppe sind so bis zu 30 Prozent weniger Heizenergie nötig.
Überforderung des Verbrauchers
Grundsätzlich wären die benötigten Einrichtungen dazu überwiegend schon vorhanden. Zeit- und witterungsgeführte Regelungen von Zentralheizungen sind Stand der Technik ebenso wie Raumtemperaturregelungen. In der Praxis sind überwiegend bloß Thermostatventile bei Heizkörpern im Einsatz, während viele Fußbodenheizungen weder über ein Zeitprogramm noch über eine Einzelraumregelung verfügen.
Aber selbst die bestehenden Möglichkeiten fordern vom Verbraucher aktive Beschäftigung mit der Heizung, aufwändige Programmierarbeiten und oft mehrmals täglich manuelles Umstellen. Bei Fußbodenheizungen dürfte das selbst für den engagiertesten Nutzer nicht mehr zu realisieren sein. Ganz so einfach wie das Licht an- und ausknipsen, ist die Sache mit der Heizung eben doch nicht. Könnte sie aber sein. Dazu bedarf es lediglich eines der zurzeit schon recht günstig am Markt erhältlichen Systeme zur programmierbaren Einzelraumregelung. Dabei handelt es sich um so genannte intelligente Regelsysteme, die quasi zwischen der zentralen Regelung des Wärmeerzeugers sowie der bisher recht starren Raumregelung angesiedelt sind und diese besonders effektiv individuell nach dem Nutzerverhalten beeinflussen.
Lesen Sie den gesamten Bericht von Jürgen Lutz, Leiter des Seminar- und Schulungswesens Honeywell Haustechnik, in der aktuellen Ausgabe 10/2011 ab Seite 52.
