
Sanitär
Barrierefreies Wohlfühlen im Bad
Aufruf zur Teilnahme am OaseBad-Sanitärplanungswettbewerb und Tipps der Organisatoren.
Zielsetzung ist, nicht in erster Linie tolles Design zu bewerten, sondern tatsächlich Projekte einzureichen, die den Kriterien barriefreies Bad, Generationen übergreifende Sicherheit sowie Wohlfühlen im Badezimmer entsprechen. „Der österreichische Installateur“ sprach mit Doris Hausberger, Vorstandsmitglied von design for all.
Wie kam es zum gemeinsamen Wettbewerb OaseBad mit design for all?
Doris Hausberger, Vorstandsmitglied von design for all: Da die ersten und wichtigsten Ansprechpartner für KonsumentInnen zumeist Installateure und der Sanitärhandel sind, wurde die Idee geboren, deren Beratungs- und Ausführungskompetenz zu würdigen und zu fördern. Der gemeinsame Wettbewerb entstand durch die langjährige Verbindung von design for all mit der Firma Artweger, ein Vorreiter der Branche im barrierefreien Design. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam das österreichweite Netzwerk von OaseBad für dieses Projekt gewinnen konnten.
Wie kann man am Wettbewerb teilnehmen?
Hausberger: Alle OaseBad-Mitgliedsbetriebe können mitmachen. Die Einreichunterlagen wurden möglichst unkompliziert gestaltet. Einfach das Einreichformular vollständig ausfüllen, dann entweder Vorher/Nachher-Grundrisse bei Sanierung oder den Grundriss für den Neubau ergänzen sowie Fotos, soweit vorhanden, und elektronisch oder per Post einsenden. Einsendeschluss ist der 31. Dezember.
Was erwarten Sie sich vom Wettbewerb für die Stellung von barrierefreiem Bauen in der Öffentlichkeit?
Hausberger: Mehr Bewusstsein, dass Barrierefreiheit und Ästhetik kein Widerspruch sind. Es gibt wunderbare Sanitärprodukte, die alle Kriterien für Benutzbarkeit und Barrierefreiheit erfüllen.Außerdem, dass vorausschauende, barrierefreie Planung Nutzungskomfort für alle bedeutet und es ein echter Mehrwert für die Kunden ist, wenn ein Haus oder eine Wohnung ohne großem Aufwand an veränderte Lebensumstände angepasst werden können.
Betrachtet man das gesamte Haus, welchen Anteil am barrierefreien Gedanken hat der Installateur?
Hausberger: Im Grunde geht es daher darum, bei Bedarf alle Funktionsbereiche des Hauses auf einer Ebene, mit schwellenlosem Zugang und ausreichend Bewegungsraum herstellen zu können: wohnen, schlafen, kochen und Körperpflege. So gesehen hat der Installateur nicht nur im Bad, sondern auch in der Küche Einfluss auf die Nutzungsqualität.
Was erwarten Sie sich von einem Installateur in Bezug auf Barrierefreiheit?
Hausberger: Erstens: Mitdenken für die Zukunft. Installateur und Sanitärplaner haben erheblichen Einfluss auf die Kosten, die im Zuge einer späteren Anpassung entstehen können: jetzt eine Badewanne, später eine Dusche; jetzt zwei getrennte Räume für Bad und WC, später ein großer Raum – der dafür notwendige Aufwand ist eine Frage der vorausschauenden Planung.
Zweitens: die Nutzungsanforderungen verstehen. Worauf kommt es für die BewohnerInnen an, welche Produkteigenschaften erfüllen diese Anforderungen, und die nutzungsgerechte Anordnung und Montage der Produkte.
Welche Schulungen gibt es für Installateure?
Hausberger: Zum Beispiel hält Ing. Hannes Wiesinger, design for all-Mitglied der ersten Stunde, bei unserem Mitgliedsunternehmen WimTech seit 2008 zwei bis drei Mal pro Jahr Seminare für Installateure. Es werden die Grundlagen für barrierefreie Sanitärraumgestaltung vermittelt, Normen, Planungsgrundlagen und Nutzungsanforderungen im Sinn von „design for all“. Weiters veranstaltet die Bauakademie seit kurzem in mehreren Bundesländern Seminare zum Thema „Design for All – Altersgerechtes Bauen“, die ebenfalls von Ing. Hannes Wiesinger gehalten werden, wo natürlich barrierefreie Sanitärraume einen wichtigen Platz einnehmen.
Haben Installateure bereits diese Lehrgänge besucht?
Hausberger: Ja, allein bei WimTec wurden bisher in 16 Design for All-Seminaren mehr als 250 TeilnehmerInnen geschult.
Was hat es ihnen in der Praxis gebracht?
Hausberger: Einerseits die Erkenntnis, dass viele Produkte existieren, die die Anforderungen erfüllen, auch wenn sie nicht explizit als „behindertengerecht“ gekennzeichnet sind, also das „gewusst wie“ über die Nutzung und den Einsatz der Produkte.
Andererseits die korrekte Planung und Ausführung laut ÖNORM B 1600, die für geförderte und öffentlichen Projekte ausschlaggebend ist, sowie tatsächliche Kosten und Planungstricks für den privaten und öffentlichen Bereich.
