
Sanitär
Darauf muss man bei Trinkwasser achten
Unser Wasser kommt zu einem Großteil aus Grund- und Quellwasser. Doch was sammelt sich darin alles an?
In ihrem utopischen Roman „Corpus delicti“ schreibt die Autorin Julie Zeh von der totalen Überwachung der Gesundheit. Der Staat weiß anhand der Ausscheidungen auf der Toilette sofort über Krankheiten und Medikamenten-Einnahmen seiner Bürger Bescheid. Soweit der Roman.
In der Realität forscht man am Schmerzzentrum Berlin gerade an einer intelligenten Toilette, die auch einen Gesundheitscheck durchführen kann. Dass dies in Zukunft möglich sein soll, versucht das Kooperationsprojekt „Sensorbasiertes Patientenmonitoring – Entwicklung einer intelligenten Toilette zur Überwachung medizinisch und pflegerisch relevanter Daten“ zu beweisen.
Hieran beteiligen sich der Lehrstuhl für Medizinische Informationstechnik der RWTH Aachen und das Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik e. V. Meinsberg sowie die ClinPath GmbH, die Innotas Produktions GmbH und die BITSz engineering GmbH. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, eine Toilette mit
integriertem Gesundheitsmonitoring zu entwickeln.
Laut Schmerzzentrum Berlin ist eine Überwachung relevanter Vitaldaten maßgeblich für die Qualitätsbewertung medizinisch-pflegerischer Leistungen. Die frühzeitige Erkennung von Verschlechterungen, aber auch die sorgfältige Dokumentation des Krankheitsverlaufs bietet dem behandelnden Arzt eine ausgezeichnete Basis für eine individualisierte Therapie.
Unsere Gesundheit wird auch wesentlich über das beeinflusst, was wir zu uns nehmen. Einen wesentlichen Beitrag hat hier unser Trinkwasser. Laut einer aktuellen Studie der Karmasin Motivforschung, die im Juni und Juli 2011 in 1.000 persönlichen Interviews durchgeführt wurde, schätzen die Österreicher ihren täglichen Wasserverbrauch auf 1,5 bis zwei Liter. Lediglich am Arbeitsplatz wird zu wenig getrunken. Im Rahmen einer Pressekonferenz von café+co wies Andrea Zauner-Dungl darauf hin, dass Wasser u. a. für die Konzentration ein Muss im Büro ist. café+co präsentiert mit dem Aquapush einen Wasserspender, der auf Knopfdruck prickelndes, kohlensäurehaltiges Wasser anbietet, das über einen Leitungswasseranschluss verfügt.
Doch was ist eigentlich in dem Wasser, das in Österreich aus den Leitungen kommt? Laut einer Information von Greenpeace stammt Trinkwasser in Österreich zu 49 Prozent aus Quellwasser (aus Karst- und Kluftgrundwasser) und zu 50 Prozent aus Grundwasser (Porengrundwasser). Nur ein Prozent wird aus Oberflächengewässern gewonnen. Die Reinheit des Grundwassers ist also direkt für die Qualität des Trinkwassers verantwortlich.
Der Großteil der österreichischen Haushalte ist an ein öffentliches Wasserversorgungsnetz angeschlossen, ca. 5,1 Millionen Menschen werden von 185 großen Wasserwerken versorgt, weitere 1,8 Millionen von kleinen Orts-Wasserwerken. Die restlichen Österreicher, ca. eine Million, beziehen das Trinkwasser direkt aus Quellen und Hausbrunnen.
Die gesetzlichen Regelungen zu Trinkwasser erfolgen im Rahmen des Lebensmittelgesetzes (BGBl. 86/75 bzw. BGBl I 21/2001) durch die Trinkwasserverordnung (TWV) BGBl. II 304 vom 21. August 2001. Wasser für den menschlichen Gebrauch muss laut dieser Verordnung geeignet sein, ohne Gefährdung der Gesundheit getrunken oder verwendet zu werden. Für Verunreinigung mit Chemikalienm wie Schwermetalle, chlorierte Kohlenwasserstoffe oder Pestizide gibt es Grenzwerte, die im Trinkwasser nicht überschritten werden dürfen. Trinkwasser muss hygienisch einwandfrei sein.
Werden im Trinkwasser gefährliche Bakterien oder andere Keime gefunden, muss der Verbraucher unverzüglich informiert werden. Maßnahmen zur Sanierung
müssen innerhalb von 30 Tagen wirksam sein.
Wer an eine öffentliche Wasserleitung angeschlossen ist, darf alle Wasserbefunde (Eigenüberprüfungen der Gemeinde und
die Ergebnisse der Fremdüberwachung) einsehen.
Wer das Wasser aus einem eigenen Privatbrunnen bezieht, muss selbst eine Untersuchung in Auftrag geben. „die umweltberatung“ hält regelmäßig Vorträge zur Qualität von Trinkwasser und bietet selbst Untersuchung von Brunnenwasser an.
Umfassende Informationen zu den Themen bietet auch die Ratgeber-Reihe „Wasser und Gesundheit“:
* Chloride im Trinkwasser
* Eisen und Mangan
* Schwermetalle – Korrosion im Rohrleitungsnetz
* bakteriologische Qualität
* Nitrat und Nitrit
* Wasserhärte
Ein kostenloser Download ist auf
www.umweltberatung.at möglich.
Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Österreich (ohne Einbeziehung von Gewerbe, Industrie oder Großverbrauchern) liegt laut ÖVGW übrigens bei etwa 130 Litern pro Tag und Person.
