6/2017

Editorial 6/2017

Credit: Adrian Batty

In Wien steht eine Brennstoffzelle.

von: Klaus Paukovits

In der Wiener Landesberufsschule der Installateure steht seit ein paar Wochen eine Brennstoffzelle. Das ist eine großartige Sache, weil den zukünftigen Fachkräften dieses noch immer recht neue Produkt gleich von Beginn ihrer Ausbildung an vorgestellt werden kann. Ich habe keine Ahnung, ob sich die Brennstoffzelle tatsächlich durchsetzen und als Alternative zum klassischen Wärmeerzeuger etablieren wird. Aber die Monteure, Meister und Unternehmer von morgen schon heute mit einer Technologie vertraut zu machen, mit der sie später vielleicht täglich zu tun haben könnten, ist die beste Chance auf den Erfolg. Und damit meine ich nicht nur den Verkaufserfolg von einzelnen Produkten, sondern den Erfolg der gesamten Branche. Ohne jeden einzelnen Installateur wird es nämlich auch in Zukunft nicht gehen.

„Kenn'ma ned, hom'ma ned, brauch'ma ned, is ois a Bledsinn, des neumodische Glumpert“ – wie vielen Kunden wurden Produktinnovationen wohl schon auf diese Art ausgeredet? Weil die Industrie sich zwar eine schöne Endverbraucherwerbung ausgedacht hat, aber den Absatzmittler und Mundpropagandisten Nr. 1 nicht mit ins Boot geholt hat: den Fachhandwerker. Es sollten eigentlich in allen Berufsschulen Österreichs nicht nur Brennstoffzellen, sondern auch KWK-Anlagen, Smart-Home-Systeme, Dusch-WC und wasweißichnochalles zum Üben installiert sein. Ja, Berufsschulen sind von der Industrie jetzt schon recht gut mit technischem Equipment ausgestattet. So gut, dass jeden AHS-Lehrer der Neid frisst, wenn er mal eine berufsbildende Schule betritt. Denn in den Gymnasien ist Sparflamme angesagt, da muss für die Anschaffung von neuen Bastelrahmen oder Mousepads oft genug der Elternverein einspringen: Weils in der angeblich höchsten Schulform Österreichs kein Budget für Arbeitsmaterialien gibt und auch niemanden, der Interesse hat, das zu sponsern. Das ist ein Vorteil für Berufsschulen und HTL, der noch viel zu wenig betont wird. Trotzdem: Da geht noch mehr. Weil es auf jeden gut und umfassend ausgebildeten Installateur ankommt (auch wenn er später vielleicht Kundendiensttechniker wird).

Dass die Brennstoffzelle in der Wiener Berufsschule von einem Hersteller stammt, der praktisch gleichzeitig angekündigt hat, nach 20 Jahren kostenintensiver Entwicklungsarbeit mit sofortiger Wirkung aus der Technologie auszusteigen, ist ein netter Treppenwitz dieser Geschichte. Wenns lustig hergeht, dann werden die Lehrlinge in ein paar Jahren mit dem an diesem Gerät erworbenen Know-how die Produkte der direkten Konkurrenz installieren. Das wäre genau mein Humor, zugegeben. Aber am Ende würden in Wahrheit alle davon profitieren.

Wir wünschen eine anregende Lektüre mit der aktuellen Ausgabe 6/2017!


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