12/2018 Heizung

Contracting in Österreich

ÖGUT
Die öffentliche Hand, Industrie und Gewerbe können am stärksten vom Contracting profitieren.
ÖGUT

Seit 2013 gibt es den Verein „Dienstleister Energieeffizienz und Contracting Austria“, kurz DECA – ein Interview mit ­Geschäftsleiterin Monika Auer.

von: Manfred Strobl

Die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik - kurz ÖGUT - beschäftigt sich seit Ende der 1990er-Jahre mit Einspar-Contracting, kurz nachdem das Modell von einzelnen Akteuren in Österreich aufgegriffen wurde. Die ÖGUT hat in weiterer Folge im Wesentlichen als Plattform für Anbieter, Kunden, Finanzierer und BeraterInnen den Beteiligten ermöglicht, gemeinsam offene Fragen bei der Anwendung zu klären und Qualitätsstandards zu etablieren. Mit Publikationen, Website, Veranstaltungen und der Auslobung eines Preises wurde der Informationsstand zum Instrument bei den Zielgruppen verbessert. Organisiert innerhalb der ÖGUT Im Jahr 2002 fanden sich unter dem Titel "Dachverband der Einsparcontractoren" sechs ÖGUT-Mitglieder zusammen, um das Instrument Einspar-Contracting in Österreich bekannter zu machen, Qualitätssicherung voranzutreiben sowie einen Beitrag zur Markttransparenz zu leisten. Im Jahr 2013 wurde ein eigener Verein unter dem Namen Dienstleister Energieeffizienz und Contracting Austria - kurz -DECA - gegründet, der die Energieeffizienz als solche in das Zentrum seiner Aktivitäten rückte und nun auch andere Dienstleister ansprach, wie z. B. Energieliefer-Contractoren. In der ÖGUT ist jetzt auch die Geschäftsstelle der DECA angesiedelt. Monika Auer, Generalsekretärin der ÖGUT und Leiterin der Geschäftsstelle der DECA, im Interview über Contracting:

Sehr geehrte Frau Generalsekretärin Auer, welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen, um Contractor zu werden?
Monika Auer: Wirtschaftliche Stabilität für die Vorfinanzierung von Projekten - bei Einspar-Contracting -, gute Organisation und geringe Fluktuation sowie gutes Projekt- und Schnittstellenmanagement für eine -seriöse Abwicklung langfristiger Verträge. Weiters erforderlich sind technische, rechtliche und vor allem auch soziale und Kommunikationskompetenzen. Rein gewerberechtlich ist für Contracting keine eigene Befugnis erforderlich, sehr wohl jedoch für alle innerhalb eines Contracting-Projekts erbrachten Leistungen.

Was sind die häufigsten Contracting-Formen - Liefer- oder Einspar-Contracting?
Auer:
Liefer-Contracting ist die häufigere Variante und ein deutlich weniger komplexes Modell. Es zielt auf die Versorgung des Kunden mit Nutzenergie, wie z. B. Wärme, Kälte, Druckluft, Dampf etc., ab. Einspar-Contracting (oder synonym Energiespargarantie) setzt hingegen auf die Erhöhung der Effizienz sowie eine Senkung des Energieverbrauchs und damit auch der Energiekosten beim Kunden. Das technische und wirtschaftliche Risiko liegt beim Anbieter.

Auf welche Zielgruppen ist Contracting erfahrungsgemäß am stärksten ausgerichtet?
Auer:
Beide Contracting-Formen sind für alle interessant, die für die zuverlässige Realisierung von Effizienzmaßnahmen oder auch Energieversorgung nicht über ausreichend Know-how, Personal und finan-zielle Ressourcen verfügen. Die öffentliche Hand ist eine wichtige Zielgruppe, aber auch die Wohnungswirtschaft sowie Industrie und Gewerbe. Kleine Gebäude bzw. Energieverbraucher sind für das Einspar-Contracting meistens nicht geeignet. Im Bereich von Gewerbeimmobilien hat z.B. der Vermieter oft kein Interesse an Effizienzmaßnahmen, weil langfristig nur dem Mieter daraus Vorteile durch niedrige Energiekosten entstehen. Dieses Eigentümer-Nutzer-Dilemma kann durch Contracting gelöst werden, da der Vermieter nicht investieren muss. Er muss dem Vertrag und den darin beschriebenen Maßnahmen, z. B. einem Heizungstausch, aber zustimmen.

Lesen Sie den ungekürzten Artikel auf Seite 40-41 der aktuellen Ausgabe 12/2018


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