Holzkraftwerk Simmering wichtiger Teil der Lösung

Biomasseverband
Die etwa 130 Holzkraftwerke in Österreich sind ein wichtiger Bestandteil der regionalen Versorgungmit Ökostrom und grüner Fernwärme.
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Sorge der SPÖ Wien aus Sicht des Biomasse-Verbandes unbegründet –Wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf!

von: Redaktion

Am 14. Februar wird im Bundesrat über eine Übergangslösung für Holzkraftwerke abgestimmt. Für die notwendige 2/3 Mehrheit fehlt allerdings noch die Zustimmung der SPÖ, die Sorge um den Weiterbestand des Holzkraftwerkes Simmering geäußert hat. "Das Holzkraftwerk Simmering ist eines der modernsten und effizientesten Kraftwerke Europas und eine zentrale Säule für die nachhaltige Waldbewirtschaftung in und rund um Wien. Eine Übergangsregelung für Holzkraftwerke, bei der Simmering nicht weiterbetrieben werden kann, ist praktisch ausgeschlossen", so Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. 150 Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Holzkraftwerk Simmering und dem Atomkraftwerk Mochovce, in dem in wenigen Wochen ein alter Reaktor aus den 1970er-Jahren wieder den Betrieb aufnehmen soll. "Wenn Ökostromanlagen abgedreht werden und damit unsere Stromimporte steigen, verliert Österreich seine Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Atomkraft. In den vergangenen Tagen lag der Anteil an Stomimporten an mehreren Tagen bei über 20 Prozent", zeigt sich Titschenbacher besorgt, bleibt aber zuversichtlich: "2/3 der Anlagen, die eine Übergangslösung benötigen, stehen in SPÖ geführten Gemeinden bzw. Städten, die bei der Installation der Kraftwerke oft Vorreiter sind und hoffentlich auch bleiben wollen."

Bioenergie und Holzkraftwerke in Österreich
Bioenergie ist die mit Abstand bedeutendste erneuerbare Energieform und belegt hinter Öl und knapp hinter Erdgas den dritten Platz im Energieaufkommen. Bioenergie hat das Potenzial, bereits mittelfristig Öl als führenden Energieträger abzulösen. Biomasse wird bereits in allen Sektoren der Energiebereitstellung im Raumwärme-, Treibstoff-, Strom- und industriellen Bereich als Energieträger eingesetzt. Ein zentraler Baustein der Bioenergie sind Holzkraftwerke, die durch die Produktion von Strom und Wärme und ihre meist industrienahen Standorte als Musterbeispiele der Sektorkopplung zwischen Strom und Wärme gelten. Holzkraftwerke verfügten über eine Engpassleistung von rund 300 MW, die bis 2030 auf etwa 450 MW ausgebaut werden könnte. Die rund 130 Anlagen sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt und meist in Industriestandorte oder Fernwärmenetze eingebunden. Durch das sukzessive Auslaufen der Einspeisevergütung drohen laufend Anlagen vom Netz zu gehen. Alleine 2019 würden ohne Übergangslösung im Ökostromgesetz Werke mit einer Engpassleistung von annähernd 140 MW vom Tarifende betroffen sein. Holzkraftwerke sind für die Wärmewende doppelt wirksam. Sie erzeugen auch im Winter Strom, wenn Wasserkraft und Photovoltaik witterungsbedingt weniger Energie bereitstellen können. Sie verbessern damit nicht nur die Klimabilanz bei Strom, sondern indirekt auch die von strombasierten Heizsystemen. Durch die bei der Stromproduktion anfallende Wärme reduzieren Holzkraftwerke zusätzlich den noch immer dominierenden fossilen Energieeinsatz in der Fernwärme. Die bei Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) umgesetzte Sektorkopplung schafft viele Synergien, die sich bei Biomasse nicht nur auf den Wärme- und Stromsektor beschränkt. In der Forstwirtschaft ermöglicht sie die Verwertung von niederwertigen Holzsortimenten, wie sie bei Windwürfen, Käferbefall oder Waldpflegemaßnahmen verstärkt anfallen und für die es bis vor wenigen Jahren kaum Abnehmer gab. Holzkraftwerke sichern 6.400 Arbeitsplätze und produzieren 20 Prozent des heimischen Ökostroms und etwa 40 Prozent der erneuerbaren Fernwärme.


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