Österreichs Gemeinden sind Weltspitze in allen Klassen!

Adolf Bereuter
Pfarrhaus Krumbach.
Adolf Bereuter

1.000 dokumentierte Gebäude aus Österreich in der Passivhaus Datenbank.

Normalerweise kennen wir solche Schlagzeilen nur vom Schifahren. Diesmal trifft es aber auf die breite Umsetzung von energieeffizienten Gebäuden in Gemeinden zu, bei der Österreichs Gemeinden in allen Kategorien die Topplatzierungen abräumen. Die internationale Passivhaus Datenbank stellt mit 4.444 Objekten die weltweit umfangreichste und detaillierteste Erfassung höchst energieeffizienter Gebäude dar. Aus Österreich sind nun 1.000 Gebäude detailliert dokumentiert und bringen bei näherer Analyse interessante Details zu Tage. Der Gebäudesektor ist weltweit für 40 Prozent der Emissionen hauptverantwortlich und bietet mit dem Passivhaus-Standard die größten und kostengünstigsten Einsparungspotentiale. Mit Jahresende 2017 existieren weltweit bereits über 73.000 Passivhäuser und Sanierungen auf EnerPHit-Standard mit einer Energiebezugsfläche von über 51 Millionen Quadratmetern. "The Emissions Gap Report 2016" der UNEP hat das Passivhaus bereits bei der COP22 UN-Klimakonferenz 2016 als eine der wesentlichsten Umsetzungsstrategien identifiziert. Das Passivhaus sei bereits ausgiebig im Einsatz und eine besonders kostengünstige Maßnahme zur Begrenzung der Klimaerwärmung auf max. 1,5°C. Am 8. Oktober 2018 hat der Weltklimarats IPCC im südkoreanischen Incheon den neuen Sonderbericht veröffentlicht, wonach das Erreichen genau dieses 1,5°C-Ziels demnach erforderlich ist, um schwerwiegende Folgen für das Leben auf der Erde noch zu vermeiden. Der globale Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) müsste demnach von 2010 bis 2030 um 45 Prozent fallen und im Jahr 2050 Null erreichen. 4.444 Gebäude in Passivhaus Datenbank online auf www.passivhaus-datenbank.org Mit 5. Oktober 2018 sind bereits 4.444 Objekte mit über 3,18 Millionen Quadratmeter Energiebezugsfläche dokumentiert. Dies entspricht einer Verdoppelung seit 2012. Damit stellt die internationale Passivhaus-Datenbank unter Leitung des Passivhaus Institutes die weltweit umfassendste und detaillierte Erfassung von hoch energieeffizienten Gebäuden dar. Waren 2012 noch 85% aller dokumentierten Objekte aus Deutschland, sind es 2018 nun 52%. Österreich folgt mit 22,5% und Frankreich mit 6%, während 19,5% der Objekte auf alle übrigen 44 Nationen entfallen. Ein Beleg, dass dieser 1991 in Deutschland vom Passivhaus Institut entwickelte Standard mittlerweile weltweit über alle Klimazonen erfolgreich zur Umsetzung kommt. Trotzdem sind derzeit jedoch nur 5 bis 10 Prozent aller weltweit existierenden Passivhäuser überhaupt in der internationalen Passivhaus-Datenbank erfasst. In vielen Ländern bestehen eigene nationale Datenbanken deren Daten nicht oder nur begrenzt mit der weltweiten Datenbank kompatibel sind. Dadurch wird der Passivhaus-Standard in seiner Verbreitung in der öffentlichen Wahrnehmung sehr leicht völlig unterschätzt.

Krumbach - Schwanenstadt - Korneuburg - Innsbruck sind die Kategoriesieger
Österreichs Gemeinden und Städte nehmen in allen Größenklassen die Spitzenplätze ein: (Wertung in Quadratmeter dokumentierter Energiebezugsfläche Passivhaus pro Einwohner) Der Weltmeister ist die Gemeinde Krumbach in Vorarlberg mit stolzen 5,63 Quadratmeter dokumentierter Energiebezugsfläche Passivhaus pro Einwohner. Damit ist das Passivhaus in Krumbach bereits allgegenwärtig.

Innsbruck führt mit Abstand unter den Landeshauptstädten sowie den Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern. Mit 1,22 Quadratmeter dokumentierter Energiebezugsfläche Passivhaus pro Einwohner liegt Innsbruck gleich um den Faktor Fünf vor Frankfurt und Wien mit 0,26 und 0,24 m²/EW. Bis 2020 wird Innsbruck die Fläche an Passivhäusern verdoppeln.

Wien wiederum weist mit knapp 455.000 Quadratmeter dokumentierter Energiebezugsfläche die mit Abstand größte Fläche aus, gefolgt von Frankfurt mit 191.000 m² und Innsbruck mit 162.000 m².

Mehr Infos: Passivhaus Austria


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