3/2019 Heizung

Wärme aus der Steckdose?

EnergieInstitut Vorarlberg
Wilhelm Schlader, zuständig für Erneuerbare Energie und Haustechnik beim Energieinstitut Vorarlberg.
EnergieInstitut Vorarlberg

Wissenswertes zum Heizen mit Strom mittels Infrarotheizungen – ein Kommentar Seitens des Energieinstitut Vorarlberg.

von: Wilhelm Schlader

Mit Strom Wohnung oder Haus zu heizen, scheint oft einfach. Denn verglichen mit wassergeführten Heizsystemen hat eine elektrische Heizung den Vorteil geringerer Investitions- und Wartungskosten. Installation und Montage sind meist simpel und kostengünstig. Drei Aspekte der Infrarotheizung werden meistens besonders positiv hervorgehoben und argumentiert: der hohe Strahlungsanteil, die Unabhängigkeit von Öl und Gas und die ökologische Wärme.

Strahlungsanteil?
Heizsysteme bzw. Wärmeabgabesysteme mit hohem Strahlungsanteil werden von den meisten Menschen als angenehm empfunden. Der Anteil an Strahlungswärme hängt vor allem von der Oberfläche, dem Material, der Bauform und Temperatur des Wärmeabgabesystems ab. Alle gängigen Heizsysteme geben einen Teil ihrer Energie als Strahlungswärme ab. Dies trifft beispielsweise auf Kachelöfen zu. Wand- oder Fußbodenheizungen ermöglichen aufgrund der großen Wärmeabgabeflächen oft höhere Anteile an Wärmestrahlung als typische Infrarotheizungen. Die Wärmestrahlung ist zudem gleichmäßiger im Raum verteilt und führt zu höherer thermischer Behaglichkeit.

Unabhängigkeit?
Seit 2001 ist Österreich Netto-Stromimporteur – Tendenz kontinuierlich steigend. Strom muss hauptsächlich in den Wintermonaten importiert werden und stammt größtenteils aus alten Öl- und Kohlekraftwerken, die niedrige Gestehungskosten aufweisen. Neue Stromdirektheizungen verursachen daher CO2-Emissionen, die in der Heizperiode deutlich höher sind als beispielsweise jene von Gasheizungen.

Ökologische Wärme?
Infrarotheizungen tragen dazu bei, dass der Strombedarf im Winter weiter steigt und mehr Strom importiert werden muss. Zwar steigt die Stromproduktion aus Ökostromanlagen (insbesondere aus Wind- und Kleinwasserkraftanlagen) in Österreich über die vergangenen Jahre gesehen kontinuierlich an, aber der Stromverbrauch nimmt ebenfalls deutlicher zu. Beispielsweise betrug der Zuwachs von 2016 auf 2017 an eingespeistem Ökostrom (inklusive Kleinwasserkraft) 757 GWh. Der Inlandsstromverbrauch stieg im gleichen Betrachtungszeitraum um 1.084 GWh (Quelle: e-control; Statistikbroschüre 2018).

Problematischer Komfort bei Infrarotheizungen
Grundsätzlich gilt: Je gleichmäßiger die Temperaturverteilung im Raum, also je gleichmäßiger Luft und Oberflächen erwärmt sind, desto angenehmer das Temperaturempfinden. Der Wärmekomfort bei der Infrarotheizung beschränkt sich primär auf jene Bereiche, die im direkten Strahlungsbereich der Infrarotpaneele liegen. Eine einseitige Erwärmung oder Abkühlung des Menschen durch unterschiedliche Temperaturen der umschließenden Flächen (Wände, Decken, Fenster) kann zu Unbehagen führen. Die Norm empfiehlt hierzu maximale Differenzen von 5 K (bei warmen Decken) bis 10 K (bei kalten Wand- oder Fensterflächen). So angenehm die warme Strahlung von der Heizfläche auch ist, so unangenehm wird die kältere Fläche außerhalb des Strahlungsbereichs empfunden.

Die Quintessenz
Die Infrarotheizung ist als Zusatzheizung im Badezimmer, Hobbyraum oder einer Schrebergartenhütte gut geeignet, weil dort örtlich oder nur zeitlich begrenzt Wärme bereitgestellt werden muss und die niedrigen Investitions- gegenüber den hohen Betriebskosten eher zum Tragen kommen.

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Diesen Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe 3/2019 auf Seite 48!

Neue Stromdirektheizungen verursachen CO2-
Emissionen, die in der Heizperiode höher sind als z. B. jene von Gasheizungen.

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