3/2017

Editorial 3/2017

Credit: Adrian Batty

Es gehört viel mehr gestört – Sie stören, wenn Sie beim Kunden über die Schwelle treten.

Im März bin ich zu einem Geburtstagsfest mit einem "Störkoch" eingeladen. Ein Störkoch? Noch nie gehört. Kocht der nur Störe und nix außer diesem einen Fisch? Oder ist das ein Entertainer, so ähnlich wie ein Tischzauberer, nur dass er den Gästen die Vorspeise flambiert statt ihnen Münzen aus den Ohren zu ziehen? Keine Ahnung. Also das handelsübliche Mittel zur Klärung solch offener Fragen: Wikipedia. Mit einer interessanten Überraschung.

Ein "Stör" ist ein Handwerker, und zwar ein Handwerker, der im Haus des Kunden arbeitet. Der Begriff ist angeblich im Norden Österreichs manchmal noch in Verwendung, etwa als Störbäcker oder Störschneider (Tatsächlich? Wenn Sie das bestätigen können, freu ich mich auf Ihre Nachricht!). Und in der Schweiz (wo das Geburtstagsfest stattfindet) kommen Störköche gerade in Mode - Haubenköche, die nach Hause kommen und am heimischen Herd ein Menü zaubern, ohne dass man selber Zwiebeln schneiden muss.

Sie stören also, wenn Sie beim Kunden über die Schwelle treten. Sie und Ihre Monteure. Sie stören den normalen Tagesablauf des Kunden, der Ihretwegen nicht in die Arbeit gehen kann, der Ihretwegen sein Feierabendbier abstellen und die Barbara-Karlich-Show abdrehen muss. Außerdem ist er ohnehin schon sauer, weil die Therme ausgefallen ist. Oder weil er noch gar nicht davon überzeugt ist, dass er wirklich ein neues Bad braucht und dann tagelang auswärts duschen muss. Das stört ihn auch. Aber ohne Störung geht es nicht. Die Therme und das Bad, die sind nun mal im Haus des Kunden. Die Zahl der sinnvollen Geschäftsvorgänge, die ein Kunde im Laden des Installateurs erledigen kann, beschränkt sich auf den Kauf von Perlatoren, Klobesen und ähnlich wenig profitabler Handelswaren. Am besten Sie stören daher so viel wie möglich, schon ehe Sie zu einem störenden Notfall gerufen werden: indem Sie Servicedienstleistungen aktiv anbieten und Wartungsverträge verkaufen. Und dabei gleichzeitig weniger zu stören als bisher, zum Beispiel weil sich die Monteure vor der Arbeit Patschen über die Stiefel ziehen und nachher einen Blumenstrauß hinterlassen.

Ich bin schon gespannt, ob der Störkoch sein eigenes Geschirr mitbringt und das dreckige Werkzeug dann auch wieder mitnimmt. Oder ob er mit schweren Schuhen übers Parkett trampelt, die auf den Boden getropfte Béchamelsauce picken lässt, die schmutzigen Teller neben den Geschirrspüler stapelt, die Rechnung kassiert und mit einem in den Bart gebrummten Gruß von dannen zieht. Aber so machen das Handwerker, die ins Haus kommen, ja nie. Das täte ja zu Recht stören. Oder?

Gute Unterhaltung und spannende Lektüre mit der aktuellen Ausgabe 3/2017!


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