5/2021

Frauenpower im SHK-Handwerk

Quelle: Luise Reichert
Mädchen sollten sich von der Vorstellung von Technik als etwas Schwieriges nicht abschrecken lassen, findet Jasmin Hausherr­.
Quelle: Luise Reichert

Hier dreht sich alles um die Damen der Branche: Dieses Mal erzählt uns DI Jasmin Hausherr, Energiemanagerin bei der PowerSolution Energieberatung GmbH, ihre ­Geschichte.

von: DI Jasmin Hausherr, Energiemanagerin, PowerSolution Energieberatung GmbH

Für mich stellte sich in der letzten ­Klasse des Gymnasiums die Frage, ob ich etwas Wirtschaftliches oder Technisches machen will. Da man im Gymnasium ja eher eine sehr breite allgemeine Ausbildung ­erhält, wusste ich nicht, ob mir etwas rein Technisches tatsächlich liegen würde. Ich wollte aber unbedingt etwas Sinnvolles ­machen, was zumindest einen kleinen Teil zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen kann. So stieß ich auf das Thema Energie. Die Mischung aus Wirtschaft, Technik und Energie brachte mich in weiterer Folge zum Bachelor-Studiengang Europäische Energiewirtschaft, wie er damals noch hieß, an der Fachhochschule Kufstein. Im Laufe meines Studiums erkannte ich, dass ich durchaus auch etwas rein Technisches machen könnte, und so entschied ich mich für den technischeren Master Nachhaltige Energiesysteme an der Fachhochschule Burgenland. Müsste ich heute die Wahl treffen, würde ich mich zwar wieder für die Fachrichtung Energie und Technik entscheiden, aber vielleicht sogar einen technischeren Bachelor wählen und mir das Wirtschaftliche später aneignen. Damals habe ich in Kufstein aber eine super Zeit verbracht und habe gerade durch den Unterschied zwischen Gymnasium und der FH viel Praktisches gelernt.

Luft nach oben
Was die Anzahl von Frauen in der Branche betrifft, besteht ein deutliches Potenzial nach oben. Im Bachelorstudium waren zwei von rund 20 Studierenden Mädels, im Master rund sechs Studentinnen von 50. Auch im Beruf arbeite ich großteils mit Männern zusammen. Bei der PowerSolution Energieberatung GmbH sind wir im technischen Team allerdings schon bei ­einem Frauenanteil von rund 40 Prozent.
Ich glaube, man darf sich Technik nicht als etwas Schwieriges vorstellen und sich von diesem Bild abschrecken lassen. Ich finde durch Selbst-Ausprobieren viel besser heraus, ob mir etwas Spaß macht, als über theoretisches Wissen. Veranstaltungen, bei denen man sich direkt mit Personen aus der Branche austauschen kann bzw. Schnuppertage in verschiedenen Berufen oder an Unis/FH wären ein gutes Angebot, mehr Mädchen für technische Berufe zu interessieren.

Feine Unterschiede
Ob es geschlechterspezifische Arbeitsweisen gibt? Da bin ich mir nicht sicher. Allerdings habe ich manchmal den Eindruck, dass ­Frauen besser zuhören bzw. ein gutes Einfühlungsvermögen haben und so auch ­detaillierter etwas ausarbeiten und auf den Kunden eingehen können. Ich glaube, man bringt in diesem männerdominierten Bereich oft andere Sichtweisen ein, die vorher gar nicht bedacht wurden, und erntet dann durchaus dafür Anerkennung. Natürlich fällt man schon prinzipiell auf, wenn man als Frau unterrepräsentiert ist. Das sollte sich allerdings unbedingt ändern – aus meiner Sicht wäre das nur normal. Mehr Frauen in Führungspositionen würde ich natürlich begrüßen. Vermutlich gäbe es in diesem Fall dann  auch mehr Modelle, wie Familie und Beruf kombiniert werden können.

Diesen Beitrag finden Sie ungekürzt auch auf Seite 10 der aktuellen Ausgabe 5/2021!


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