12/2013 Klima-Lüftung
Das Kunstmuseum „Louvre-Lens“ in der nordfranzösischen Stadt Lens ist eine Zweigstelle des Pariser Louvre und wurde im Dezember 2012 eröffnet. Für den Erhalt der sensiblen Kunstwerke wurden von den Fachleuten in den Ausstellungs- und Lagerbereichen strenge Anforderungen für ein konstantes Raumklima festgelegt. Foto: Ciat Kälte- und Klimatechnik GmbH

Frische Luft im Louvre

Eine 6.000 m2 große Außenstelle des Pariser Louvre wurde mit einem ausgefeilten Klima- und Lüftungssystem ausgerüstet, das individuelle Klimatisierung auch auf kleinstem Raum ermöglicht.

Das Kunstmuseum „Louvre-Lens“ ist ein Ableger des berühmten Pariser Louvre. Die Betreiber verlangen ein sehr anspruchsvolles Klimakonzept und dieses wurde in Kombination mit dezentraler Lüftung, Zentrallüftungsgeräten, Deckenkassetten und Fancoils sowie Luftheizern und Luftkanalgeräten von Ciat umgesetzt.
Die Zweigstelle öffnete im Dezember 2012 in der nordfranzösischen Stadt Lens ihre Pforten. Der weitläufige Neubau setzt sich aus insgesamt fünf miteinander verbundenen Gebäudeteilen zusammen.

500.000 Besucher
Auf einer Ausstellungsfläche von 6.000 m2 können hier die jährlich rund 500.000 Besucher bis zu 800 bedeutende Kunstwerke erleben, die von dem Pariser Mutterhaus als Leihgabe bereitgestellt werden. Ein echtes Highlight ist die 3.000 m2  große „Galerie du Temps“ – die Galerie der Zeit –, in der sich 220 Meisterwerke aus unterschiedlichen Epochen der Kunstgeschichte befinden. Darüber hinaus stehen rund 1.000 m2  als Lagerfläche für Gemälde, Skulpturen und andere Exponate zur Verfügung.

Eine Herausforderung
Um optimale Voraussetzungen für den Erhalt der zum Teil sehr sensiblen Kunstwerke zu schaffen, wurde in den Ausstellungs- und Lagerbereichen großer Wert auf ein möglichst konstantes Raumklima gelegt. Die strengen Anforderungen bestanden hier in einer maximal zulässigen Schwankung von 1 °C bei der Raumtemperatur sowie von fünf Prozent hinsichtlich der relativen Luftfeuchtigkeit.
Die Temperaturschichtung darf nicht mehr als 0,5 °C je Meter betragen, was sich aufgrund der enormen Ausmaße der Ausstellungsräume sowie der großen Besucherströme als eine wesentliche Herausforderung erwies. Mit einer Deckenhöhe von sechs Metern und einem Raumvolumen von rund 20.000 m3 gelten diese Bedingungen für die „Galerie du Temps“ als echte Herausforderung.
Es wurden sechs Zentrallüftungsgeräte mit einer Luftfördermenge von jeweils 25.000 m3/h eingesetzt, um für Kunstwerke und Besucher ein optimales Klima sicherzustellen. Vier weitere Anlagen derselben Leistungsklasse versorgen zudem den 1.800 m2  großen Bereich für temporäre Ausstellungen sowie den 1.000 m2 messenden Glaspavillon.

Der „System-Mix“
Grundsätzlich handelt es sich um eine übliche Aufteilung zwischen zentralen und dezentralen Geräten. Letztere wurden vornehmlich aus zwei Gründen eingesetzt. Erstens waren die Platzverhältnisse in weiten Teilen sehr beengt, so dass man nur schwer Lüftungskanäle unterbringen konnte. Zweitens sollte vornehmlich in den Büros, aber auch in kleineren Arbeitsräumen die Möglichkeit einer individuellen Klimatisierung bestehen. Beide Kriterien konnten mit Hilfe der dezentralen Klimakassetten erfüllt werden.
Um die Anforderungen an die relative Luftfeuchtigkeit zu erfüllen, stattete Ciat zudem drei der großen Zentrallüftungsgeräte mit speziellen Hochdruck-Befeuchtern aus. Grundsätzlich sollte jeder Ausstellungsraum des Museums über mindestens eine eigene Klimazentrale verfügen. Insgesamt kommen so 60 Airtech Zentrallüftungsgeräte mit Luftleistungen im Bereich von 1.000 bis 25.000 m3/h zum Einsatz.
Maßgeblich verantwortlich für diese große Anlagenzahl war der knapp bemessene Platz in den Technikräumen. Um hier für jeden Gebäudeteil die benötigten Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, entwarfen die Planer ein sehr kleinteiliges Klimakonzept, das gerade in den kritischen Bereichen separate Zu- und Abluftgeräte vorsah.

individuelle Regelung
Durch den Einsatz von variablen Volumenstromreglern lassen sich die erforderlichen Luftmengen bedarfsgerecht anpassen. Gleichzeitig wurde jedes der größeren Zentrallüftungsgeräte hinsichtlich der Abmessungen – etwa durch das Auslagern der Mischkammern – tiefgreifend optimiert. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten war es weiterhin notwendig, einige Anlagen für die Einbringung zu demontieren und am Aufstellort wieder zusammenzusetzen. Hierfür stellte der Hersteller ein eigenes Serviceteam zur Verfügung.
Im Verwaltungsbereich des Museums sowie den verbleibenden, kleineren Räumen kommen vor allem dezentrale Geräte des französischen Kälte- und Klimatechnikherstellers zum Einsatz. Damit wurde sowohl den beengten Platzverhältnissen als auch dem Wunsch nach einer individuellen Klimatisierung gerade in den Büroräumen Rechnung getragen. So wurden dort insgesamt 78 Stück Coadis-2-Klimakassetten in die Zwischendecken integriert, die sich durch geringe Schallemissionen und hochwertige Filtertechnik auszeichnen. Die Luftverteilung erfolgt zudem über den Coanda-Effekt, der durch eine gleichmäßige Temperaturverteilung einen hohen thermischen Komfort in den Büros gewährleistet.
Demgegenüber werden größere Räumlichkeiten über 37 Melody Deckenkassetten versorgt, die auch in diesem Bereich ein optimales Raumklima sicherstellen. Zusätzlich kommen in dem Louvre-Ableger 40 Major Line Fancoil-Einheiten, 17 Heliotherme, 4.000 Luftheizer und drei UTA Compact Luftkanalgeräte zum Einsatz.


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