Klima-Lüftung

Gut gerüstet

Alle Fotos: Kermi GmbH
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Wie Kermi die Energiewende aktiv mitgestaltet, erklärt Alexander Kaiß, CEO der Division HVAC der Arbonia AG

von: Redaktion

Energieeffizienz und CO2-Einsparungen beschäftigen die Baubranche schon lange – auch bei Bauherren sowie Modernisierern haben diese Themen einen hohen Stellenwert und gewinnen weiter an Bedeutung. Immer wichtiger wird neben dem energiesparenden Effekt von Produkten auch deren ressourcenschonende Herstellung.
Im Interview zeigt Alexander Kaiß, CEO der Division HVAC der Arbonia AG und Mitglied der Geschäftsführung der Kermi GmbH, welche Rolle Nachhaltigkeit bei Kermi spielt und wie der Raumklima-Spezialist die Energiewende aktiv als Partner der SHK-Fachbetriebe mitgestaltet.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell in der SHK-Branche und wie geht Kermi als Hersteller von Raumklima-Produkten damit um?
Alexander Kaiß: Wir beobachten gerade zwei gegenläufige Trends: Auf der einen Seite die Verteuerung und Verknappung von Ressourcen, die natürlich auch unser Unternehmen treffen. So versuchen wir als Hersteller bestmöglich durch geeignete Schritte den enorm gestiegenen Material- und Energiekosten entgegen zu wirken. Auf der anderen Seite besteht die Notwendigkeit von hohen Investitionen, um das gesellschaftliche und politische Ziel der Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen. Diese Entwicklung wird aus meiner Sicht langfristig anhalten und erfordert vor allem im SHK-Segment verschiedenste Maßnahmen – und genau in diesem Bereich sind wir mit unseren Kermi-Produkten tätig.

Wie genau leisten Sie mit Ihren Produkten und bei deren Herstellung einen Beitrag zur CO2-Reduktion?
Kaiß: Wir haben den Megatrend Energiewende früh erkannt und richten uns seit Jahren darauf aus: Auf der einen Seite bringen wir Produkte auf den Markt, die in jedem Gebäude zur CO2-Reduktion beitragen können. Auf der anderen Seite sind wir uns unserer Verantwortung als Industriebetrieb bewusst. Deshalb hat sich unser Konzern – und somit auch Kermi – zu einem sehr hohen Industriestandard gemäß dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet, den eigenen CO2-Ausstoß umfassend zu senken und so zum globalen Klimaziel beizutragen. Am Firmensitz in Plattling haben wir dafür zum Beispiel massiv in Photovoltaikanlagen investiert, um möglichst viel des benötigten Stroms aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Was ursprünglich eine strategische Entscheidung zur CO2-Reduktion war, federt heute auch die Entwicklung bei den Strompreisen zumindest etwas ab. Weiterhin sind wir bspw. auch im vergangenen Jahr dem UN Global Compact beigetreten und verpflichten uns zu dessen 10 universellen Prinzipien, welche ebenso die Bereiche Umwelt & Nachhaltigkeit umfassen.

Mit welchen Produkten und Innovationen gestaltet Kermi die Energiewende aktiv mit? Wie hat sich das Sortiment hier entwickelt?
Kaiß: Seit über 60 Jahren entwickelt und produziert Kermi am Hauptsitz in Niederbayern Heiztechnikprodukte. Schon vor vielen Jahren konnten wir mit dem Flachheizkörper therm-x2 neue Maßstäbe hinsichtlich Energieeinsparungen setzen, später kam Flächenheizung/-kühlung hinzu. Dann hat Kermi vor über zehn Jahren begonnen, das Thema umfassender weiterzuentwickeln: Um maximale Effizienz zu erreichen, braucht man nicht nur die Wärmeübertragung, sondern ein komplettes System. Daher sind wir in 2013 mit Wärmepumpen in die regenerative Wärme- und Kälteerzeugung im Markt eingestiegen und haben dazu passend auch Wärme- und Kältespeicher ins Sortiment aufgenommen. Vor dem Hintergrund hoher Energiestandards mit optimaler Gebäudedämmung wurden kurz darauf noch kontrollierte Wohnraumlüftungen ergänzt. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung gehört außerdem zu einem durchdachten Heizsystem, denn sie verhindert den Energieverlust beim Lüften.
Komplettiert wird das Programm durch ein intelligentes Energiemanagement in puncto Regelungstechnik – für ein effizientes Zusammenspiel und zur sinnvollen Einbindung weiterer Komponenten wie bspw. eben auch Photovoltaik. So ist im Laufe der Jahre das System x-optimiert entstanden, innerhalb dessen die Produkte beliebig und effizient nach Bedarf kombiniert werden können – und mit dem die SHK-Fachpartner enorme CO2-Reduktionen in Gebäuden realisieren können.

Wo steht Kermi mit seinem Sortiment heute – speziell auch im Hinblick auf die Anforderungen bei der energetischen Gebäudemodernisierung?
Kaiß: Zwei Bausteine stehen bei uns im Fokus. Der erste lautet: Radiators best in class. Mit unserer Erfahrung und Expertise sind wir die Besten im Bereich Heizkörper und werden das auch bleiben, indem wir effiziente Modelle anbieten, die insbesondere für Renovierungsprojekte weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Deshalb haben wir viele Millionen Euro in die Modernisierung, Automatisierung und damit auch in die Umwelteffizienz unserer Fertigung in Plattling investiert – angefangen von der Rohfertigung über die Lackiertechnologie bis hin zu Endmontage und Verpackung. So sind wir massiv flexibler geworden und verfügen über das aus meiner Sicht modernste Flachheizkörperwerk in Europa. Damit stärken wir auch den USP unserer Flachheizkörper „100 % made in Germany“ und können vom Design-Modell bis zur Elektrolösung alles bieten, was im Heizkörper-Segment benötigt wird. Mit Weiterentwicklungen reagieren wir zudem ständig auf die Anforderungen aus der Praxis – etwa wie zuletzt geschehen mit unserem Wärmepumpenheizkörper x-flair.
Der zweite Baustein unserer Unternehmensstrategie ist es, mit neuen Produkten und Optimierungen weiter zu wachsen und unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten – wie bereits zuvor ausgeführt. Hier sind wir innerhalb all unserer Produktsegmente sehr gut aufgestellt für den hohen Bedarf an klimaschonenden Lösungen, der sowohl bei Bauherren als auch bei Modernisierern besteht.

Wohin gehen die künftigen Entwicklungen? In welche Richtung wird geforscht?
Kaiß: Wir denken unser System stetig in Richtung Energieeffizienzvorteile weiter. Unser Anspruch ist es, hier den Beitrag zum Klimaschutz noch ausgeprägter zu gestalten. So kommt bei unseren neuesten Wärmepumpen bereits ein modernes Kältemittel mit niedrigem GWP (global warming potential) -Wert zum Einsatz – der weitere Weg geht in Richtung eines komplett CO2-neutralen, natürlichen Kältemittels. Außerdem arbeiten wir beim Energiemanagement und der Sortimentspolitik an permanenten Optimierungen. Hier sind wir auch durch den Konzernverbund der Arbonia AG mit den diversen Kompetenzzentren und Entwicklungsabteilungen sehr gut aufgestellt. Innerhalb dieses Netzwerks spielen Weiterentwicklungen der Gebäudetechnik ideal zusammen. Ein Beispiel ist der bei Kermi entwickelte neue Batteriespeicher, welchen wir unter unserer Schwestermarke Prolux vertreiben werden. Dieser lässt sich auch optimal in unser System einbinden. Darüber hinaus ist der kontinuierliche Ausbau an Kühloptionen ein relevanter Punkt, denn auch dieses Thema gewinnt angesichts des Klimawandels und immer heißer werdender Sommer allgemein an Bedeutung.


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