Heizung

Holzheizen: Gegen die Klimakrise. Für bessere Luft

Biomasseverband (3)
CO2-Kreislauf Biomasse im Vergleich zu fossiler Energie
Biomasseverband (3)

Österreichischer Biomasseverband startet Informationskampagne.

von: Redakteur

Österreich verfügt mit seinem Wald, der Art ihn zu bewirtschaften und der Technologie zur Herstellung von Holzprodukten und Energie über einen Schatz. Der Klimawandel, ausgelöst durch die Verbrennung von Erdöl, Erdgas und Kohle, gefährdet unseren Wald und damit die Wirtschaftsgrundlage von 300.000 Menschen in Österreich“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Wer mit Holz heizt, kann einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, da erstens klimaschädliche fossile Brennstoffe ersetzt werden, zweitens Holzbrennstoffe genutzt werden, die sonst ungenutzt verrotten würden, und drittens Nachfrage nach Biomasse aus Waldpflegemaßnahmen und Schadholzaufarbeitung generiert wird, was vor allem gut für die nachhaltige Waldbewirtschaftung ist.“ In den letzten Monaten ist es verstärkt zu undifferenzierten Attacken gegen die CO2-Neutralität der Photosynthese und die positive Wirkung von moderner Biomassetechnologien für die Feinstaubreduktion gekommen. „Wir haben uns daher entschlossen mit der Informationskampagne ‚Gegen die Klimakrise. Für bessere Luft.‘ aktiv über den Beitrag der Holzheizer zum Klimaschutz und Möglichkeiten zur Feinstaubreduktion zu kommunizieren.“ Umfangreiche Informationsmaterialien zum Thema Holzheizen, wie Informationsfilme, Fact-Sheets, Experteninterviews, Heiztips, Professionalisten-Suche und Heizkostenrechner sind ab sofort auf der Homepage www.wärmeausholz.at verfügbar. Auf den Infokanälen ist ab heute Abend ein neu erstellter Info-Film zum Thema CO2-Neutralität und Feinstaubemissionen abrufbar.  

Feinstaub ist ein Argument für moderne Bioenergie 
Die international renommierte Forschungseinrichtung für Bioenergie, BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH (vormals BIOENERGY 2020+ GmbH), eine Forschungseinrichtung im Eigentum von (unter anderem) TU-Wien, TU-Graz, BOKU, der Republik Österreich, hat  im Zuge eines von der FFG geförderten COMET-Projekts den aktuellen Forschungsstandstand zu Holzheizungen und Feinstaub zusammengefasst. Feinstaub ist kein Argument gegen den Ausstieg aus fossilen Energien oder die Nutzung von Bioenergie. Im Gegenteil: Mit modernen Holzfeuerungen können trotz Ausstieg aus Heizöl und fossilem Gas die Feinstaubemissionen im Raumwärmebereich um 90 Prozent reduziert werden. Aktuell werden 4 Prozent der gesamten Feinstaubemissionen durch moderne  Biomassekessel und 4 Prozent durch Öfen und Herde verursacht. Den Löwenanteil der Feinstaubemissionen (16 Prozent gesamt und mehr als 60 Prozent im Hausbrand) machen veraltete Allesbrenner aus, die dringend durch moderne Holzheizungen ersetzt werden sollten. Besonders bei händisch geregelten Biomasseheizungen wie Öfen und Herden, kommt es auf den richtigen Anlagenbetrieb an. Grundvoraussetzung für den feinstaubarmen Betrieb ist der Einsatz von trockenem Holz, die passende Anfeuer-Methode und das richtige Nachlegen.

CO2-neutral durch Photosynthese
Biomasse ist ein CO2-neutraler Brennstoff, da das CO2 zuvor mittels Photosynthese aus der Atmosphäre in der Pflanzenmasse gebunden wurde. Im Gegensatz dazu stammt der Kohlenstoff von fossilen Energien aus der Erdkruste und wird zusätzlich in die Atmosphäre verfrachtet. Holzbrennstoffe fallen aus Nebenprodukten der Waldbewirtschaftung (ca. 20 Prozent) und Holzverarbeitung und Abfallwirtschaft (ca. 80 Prozent) an. Dass es in Österreich oder den Nachbarländern zu verstärkten Nutzungen durch die Nachfrage nach Energie kommt, ist unwahrscheinlich, da die Erntekosten unter den Erlösen für Energieholz liegen. Aktuell herrscht durch den Klimawandel ausgelöste Borkenkäferkatastrophen, Schneebrüche und Windwürfe ein massives Überangebot an Holzbrennstoffen, es fehlt aber an Verwertungsmöglichkeiten. Der Holzvorrat steigt in Summe sowohl in Österreich als auch in Europa an. Die größte Gefahr für den Wald ist der Klimawandel. Die Wälder nicht weiter zu nutzen und stattdessen fossiles CO2 in Bäumen zu speichern, ist unrealistisch, da der Klimawandel die Wuchsbedingungen bereits jetzt so verändert, dass sich der Wald zur CO2-Quelle entwickelt. Die Wälder nachhaltig zu nutzen und damit fossile Energien (über Produkte mit geringerem CO2-Fußabdruck oder direkt) zu ersetzen, ist die effektivste Methode zum Klimaschutz. Zu diesem Schluss ist ein Konsortium der Universität für Bodenkultur, des Österreichischen Umweltbundesamtes und der Bundesforschungszentrum für Wald in Rahmen des mehrjährigen Forschungsprojektes ‚CAREFORPARIS‘ gekommen, das kürzlich präsentiert wurde. 

Holzheizen in Österreich 
Etwa die Hälfte der österreichischen Haushalte heizen direkt (Öfen, Herde, Kachelöfen, Scheitholz-, Pellets oder Hackgutkessel) oder indirekt (Nah- oder Fernwärme) mit Holz. Holzbrennstoffe haben in den Haushalten Erdöl und Erdgas überholt. Sie stellen auch knapp die Hälfte der Fernwärme. Holzbrennstoffe sind in vielen Fällen die günstigste Variante zum Ausstieg aus Heizöl und Erdgas. Die österreichische Holzkesselindustrie ist aufgrund der Entwicklung hocheffizienter und feinstaubarmer Technologie Weltmarktführer. Durch die umsichtige Förderpolitik ist es gelungen, die Feinstaubemissionen der Haushalte durch den Einsatz moderner Biomassefeuerungen massiv zu senken. Bis 2050 können die Feinstaubemissionen trotz Ausstieg aus Erdöl und fossilem Erdgas um weitere 90 Prozent gesenkt werden. Holzbrennstoffe stammen aus Nebenprodukten der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und der Holzverarbeitung. Bei Pellets, die aus Sägespänen produziert werden, ist Österreich Nettoexporteur und beliefert primär waldarme Regionen in Italien. Durch Effizienzsteigerungen im Anlagen- und Gebäudebereich ist der Ausstieg aus Erdöl und Erdgas im Hausbrand und in der Fernwärme ohne nennenswerten Mehrbedarf an Holzbrennstoffen möglich, wodurch ausreichend Potential für neue Bioökonomieanwendungen im Strom und Verkehrsbereich bleibt. In Österreich werden nur effiziente Heiztechnologien gefördert, die gemäß Österreichischer Umweltzeichenrichtlinie (UZ37) zertifiziert sind.     

 


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