6/2022 Heizung

Innovative Gesamtkonzepte

Alle Fotos: brötje
Heizzentrale: Links ist das Innengerät der Split-Wärmepumpe zu sehen, in der Mitte der wandhängende Gas-Brennwertkessel von Brötje und rechts eine malotech Frischwasserstation.
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Im Juli 2021 wurde im niedersächsischen Schortens der elfte Wohnpark der Unternehmensgruppe Pflegebutler fertiggestellt. Das bietet einen vertiefenden Blick auf die Konzeption, insbesondere auf die technische Umsetzung der Wärmeversorgung über eine Wärmepumpen-Hybrid-Kombination.

von: Martin Pechal

Das Unternehmen Pflegebutler aus Ostfriesland hat sich auf ambulant betreutes Wohnen sowie auf Tagespflege spezialisiert, die sie in ihren Häusern vereint. Geschäftsführer ist Heiko Friedrich, der sein Konzept als schöne Alternative zum Pflegeheim begreift. Der elfte Wohnpark-Standort des Unternehmens, die 20.000-Einwohner-Stadt Schortens, befindet sich zwischen Jever und Wilhelmshaven. Die Projekte sind architektonisch sehr ansprechend: In Schortens handelt es sich um einen dreigeschossigen Bau, der teilweise verklinkert (Anm.: mit Ziegelsteinen verblendet) ist und über kleine, individuelle Terrassen bei den ebenerdigen Appartements verfügt. Im Obergeschoss besitzt das Gebäude sogar eine Außengalerie, wie man sie von Dachgeschoss-Penthouse-Wohnungen her kennt. Die Form und Farbgestaltung des Objekts ist sehr modern und ästhetisch. Es handelt sich um einen hochwertigen Wohnungsbau – in diesem Fall für Senioren. Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie die Zukunft des Wohnens für Menschen in einem bestimmten Alter aussehen kann, die noch einen guten Grad Selbstständigkeit besitzen, aber auch schon auf Hilfe angewiesen sind.

Bedarfs-orientiert
In dem Objekt wohnen 54 Senioren. Die Appartements haben ca. 35 m2 Wohnfläche und sind mit barrierefreiem Bad und einer kleinen Küche ausgestattet. Hinzu kommen Räume für die Senioren, die in Tagespflege betreut werden. Sowohl für die Bewohner als auch die Tagesgäste gibt es ein Rundum-sorglos-Paket. Je nach Bedarf kann man Leistungen (z. B. Therapie, Osteopathie oder Massagen) zu- oder wegbuchen.

Blick auf das hybride Heizkonzept
Heizungstechnisch verbaut wurde in diesem innovativen Wohnkonzept die Luft-/Wasser-Wärmepumpe BLW Split 16 C von Brötje. Die Wärmepumpe gibt es in vier verschiedenen Nennheizleistungen von 6 bis 16 kW (bei A7/W35). Auf der Gaskesselseite wurde ein Brötje WGB 110 i verbaut. Es handelt sich um ein Brennwert-Wandgerät, das im Leistungsbereich von 25 bis 110 kW moduliert und das sich in puncto Abgassysteme, Hydraulik und Regelungstechnik auch sehr gut kaskadieren lässt. In das System wurden zwei Pufferspeicher integriert: Ein Pufferspeicher Typ COSMO CPS 500 (500 l) für den Heizkreis und ein CPS 1200 (1.200 l) für die Warmwasserversorgung.
Die Nennwärmeleistung der Wärmepumpe von 16 kW erscheint auf den ersten Blick in diesem Projekt recht niedrig, doch Daniel Norder von Brötje begründet das damit, dass die Wärmepumpe nur auf die Teilabdeckung der Heizlast zielt. Dadurch läuft die Wärmepumpe aber auch stets im optimalen Leistungsbereich und kann somit ihren COP von 4,28 (bei A7/W35) bestmöglich ausschöpfen. Höhere Vorlauftemperaturen sowie die Trinkwassererwärmung werden in der hier beschriebenen Hybridanlage vornehmlich durch das Gas-Brennwertgerät erzeugt. Gesteuert wird die Kombination vom Heizungssystemmanager ISR HSM/HSM-M, den Brötje eigens für multivalente Systeme entwickelte. Die integrierte Fernüberwachung ermöglicht der Tapken Haustechnik GmbH einen zeitunabhängigen Zugriff auf alle notwendigen Parameter.

Wärmepumpe statt Solarthermie
Die klassische Hybridkomponente zur Gas-Brennwerttechnik war und ist bislang in der Regel die Solarthermie. Die hier beschriebene Anlage bildet jedoch die Kombination mit einer Split-Wärmepumpe. Eine alleinige Versorgung über die Wärmepumpe ist im Projekt Schortens zwar nicht möglich, doch kann es zum Anlass genommen werden, einmal grundsätzlich auf Hybridkonzeptionen aus Wärmepumpe und Gas-Brennwert zu blicken.
Die Wärmepumpe wird mit elektrischem Strom betrieben. In dem Hybridsystem gilt es daher, verschiedene Konstellationen zu berücksichtigen, z. B. den Energiepreis sowie die geforderte Temperatur im Gebäude; der Marker ist der sogenannte Bivalenzpunkt. Das ist der Punkt, an dem das Hybridsystem von einer Betriebsweise auf eine andere umschaltet. Je nach eingestelltem Bivalenzpunkt gibt es Temperaturbereiche, in denen nur die Wärmepumpe, das Gas-Brennwertgerät und die Wärmepumpe zusammen oder nur das Gas-Brennwertgerät arbeitet. Die Regelung steuert die Betriebsart je nach Einstellung, z. B. abhängig vom Komfortbedürfnis oder dem Energiepreis (Strom und Gas). In der Praxis wählt das Gerät automatisch je nach Einstellungen die optimale Betriebsart, der Nutzer muss nichts umstellen. Dazu ein Rechenbeispiel: Die aktuellen Brennstoffkosten für Erdgas liegen bereits bei knapp über 7 Cent/kWh, Tendenz steigend.

Lesen Sie den ungekürzten Artikel ab Seite 32 der aktuellen Ausgabe 6/2022 oder am AustriaKiosk!


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