10/2012 Sanitär
Abwasserhebeanlagen wie die „Wilo-DrainLift M1/8“ werden immer dann eingesetzt, wenn Ablaufstellen unter der Rückstauebene liegen und Abwässer nicht über ein natürliches Gefälle in die Kanalisation gelangen können. Foto: WILO SE

Installation von Hebeanlagen

Ein zusätzliches Geschäftsfeld für den Installateur ergibt sich durch Abwasserhebeanlagen. Auch Gästebäder oder Wellnessoasen können dadurch im Keller eingerichtet werden.

Abwasserhebeanlagen müssen zwei grundlegende Funktionen erfüllen. Sie sollen einerseits Abwasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, aus dem Gebäude abführen und andererseits das Objekt vor aus der Kanalisation zurückdrückendem Abwasser schützen. Zuverlässiger Schutz und ein störungsfreier Anlagenbetrieb können durch eine fach- und normgerechte Installation der Hebeanlage und aller zugehörigen Komponenten erreicht werden.
Die Standards für die Schmutz- und Abwassertechnik definieren die Normen DIN EN 12050 (Abwasserhebeanlagen für die Gebäude- und Grundstücksentwässerung) sowie DIN EN 12056 (Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden). Die Normenreihe DIN EN 12050 beschreibt Konstruktion und Prüfbedingungen von Abwasserhebeanlagen. Sie müssen druck- und gasdicht sowie überflutungs- und auftriebsicher sein. Der freie Kugeldurchgang darf 40 mm nicht unterschreiten. 
Die Dimensionierung, Auslegung und Installation von Abwasserhebeanlagen wird in der Norm DIN EN 12056 beschrieben. Dort ist beispielsweise festgelegt, dass Entwässerungsgegenstände, die oberhalb der Rückstauebene installiert sind, direkt der Kanalisation zugeführt werden müssen und nicht in die Abwasserhebeanlage eingeleitet werden dürfen. Nur Abwasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, wird mittels Hebeanlage entsorgt. Regen- und Drainagewasser dürfen nicht in das Gebäude geführt und mit fäkalienhaltigem Wasser vermischt werden.
Der Raum, in dem die Abwasserhebeanlage aufgestellt wird, muss gut belüftet und ausreichend beleuchtet sein. Zudem muss die Aufstellfläche eben sein. Rund um die Hebeanlage sollte ein Wartungs- und Arbeitsbereich von mindestens 60 cm Breite bzw. Höhe vorhanden sein. Darüber hinaus ist sie auftriebsicher zu befestigen. Die Entlüftung erfolgt über eine Entlüftungsleitung mit einer Mindest-Rohrnennweite von DN50, die über Dach geführt wird. Bei größeren Volumenströmen ist DN70 sinnvoll. Außerdem ist im Aufstellungsraum ein Pumpensumpf mit Entwässerungspumpe vorzusehen. Zur manuellen Entleerung der Anlage und des Pumpensumpfs dient eine Handmembranpumpe, deren Rohrleitung ebenfalls über die Rückstauebene geführt wird. Druckseitig muss die Abwasserhebeanlage mit einem Rückflussverhinderer ausgestattet sein. Oberhalb ist laut Norm eine Absperrarmatur vorzusehen. Auch auf der Zulaufseite ist eine Absperrarmatur empfehlenswert, damit beispielsweise bei Wartungsarbeiten keine unkontrollierte Einleitung erfolgen kann. Bei der Dimensionierung der Rohrleitungen ist zu beachten, dass bei Abwasserhebeanlagen für fäkalienhaltiges Abwasser ohne Zerkleinerungseinrichtung für die Druckleitung ein Mindest-Durchmesser von DN80 vorgeschrieben ist.

Schnelle Montage
Der Montageaufwand vor Ort lässt sich mit Wilo-Abwasserhebeanlagen erheblich reduzieren. Das resultiert vor allem aus der bewährten Möglichkeit, die Zuläufe flexibel aufgrund der örtlichen Gegebenheiten frei zu wählen. Dadurch kann die Anlage exakt an die jeweilige Einbausituation angepasst werden. Hierzu sind auf dem Behälter Bereiche markiert, in denen die Zuläufe variabel positioniert werden können. Auf der Behälterrückseite können Zuläufe bis DN150 platziert werden, auf einer Längsseite und der Behälteroberseite sind Dimensionen bis DN100 möglich – und dies vollkommen gas- und geruchsdicht, wie in der DIN EN 12050-1 und DIN EN 12056 gefordert.
Außerdem werden die Wilo-Abwasserhebeanlagen komplett anschlussfertig inklusive Schaltgerät, mit integriertem Stabschwimmerschalter und bei Bedarf mit Rückschlagklappe geliefert. Der Lieferumfang umfasst alle für die Installation benötigten Zubehörteile wie Schalldämmmaterial, Flanschstutzen, eine Zulaufdichtung und eine Lochkreissäge zum Erstellen der Zuläufe am Behälter. 
Für die Abwasserentsorgung in Einfamilienhäusern empfiehlt sich die Einzelpumpen-Anlage „Wilo-DrainLift M1/8“, eine vollwertige und anschlussfertige Fäkalienhebeanlage nach DIN EN 12050-1 und 12056. Sie ist nicht nur für den Neubau, sondern auch für den nachträglichen Einbau im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen ideal geeignet. 
Fazit: Das Geschäftsfeld der Ins­tallation und Wartung von Hebeanlagen bietet erhebliche Marktchancen, die der verkaufsaktive Fachhandwerker für sein Unternehmen nutzen sollte. Berührungsängste sind bei systematischem Vorgehen und mit der entsprechenden Technik fehl am Platze.

Holger Stark, Leiter Produktmanagment Schmutz- und Abwasser, WILO SE


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