7-8/2018 Sanitär

Tricky: wirtschaftliche Bad Sanierung

Viega
Das klassische "Vorher-Szenario".
Viega

40 Prozent des österreichischen Wohnungsbestands – knapp 1,8 Millionen Einheiten – wurden in der Zeit von 1945 bis 1980 erbaut. Eine Ära, in der Bäder Nasszellen genannt wurden und möglichst ­wenig vom Wohnraum wegnehmen sollten. Ähnlich stellt sich die Situation in Deutschland heute dar.

von: Redaktion

Die Wohnungsbau-Gesellschaften beider Länder stehen heute vor der Mammutaufgabe, die Bäder dieser Wohnungen von Grund auf zu sanieren – und das bei laufender Nutzung. Im norddeutschen Jever hat die Wohnungsbau Friesland zusammen mit einem versierten Installationsunternehmen und Viega diese Aufgabenstellung analytisch in Angriff genommen. Gemeinsam wurde über die Vorfertigung von Modulen aus dem Vorwandsystem "Steptec" und dem Verkleidungssystem "MuroLive!" ein wirtschaftlicher Lösungsansatz mit Chic gefunden. "Über Geschmack lässt sich nicht streiten", sagt man. Stimmt, aber genauso richtig ist, dass sich Geschmäcker ändern. Bestes Beispiel dafür ist die Badgestaltung: Die platzsparenden Nasszellen in den Wohnungen der 50er- bis 70er-Jahre haben mit den heutigen Wohlfühlansprüchen nichts mehr zu tun. Ronald Wichmann, Kundenservicetechniker der Wohnungsbau Friesland, kennt die Herausforderungen einer Badsanierung bei voller Wohnungsnutzung zur Genüge. Die Gesellschaft hat im Norden Deutschlands rund 1.300 Wohnungen vermietet. Das heißt: Die fälligen Kernsanierungen der Bäder müssen erfolgen, während die Mieter das Haus bewohnen. Nur: Welche Vorgehensweise ist für die Leute am schonendsten und für das Wohnungsunternehmen am wirtschaftlichsten? Darauf eine Antwort zu finden, war eine große Herausforderung. "Ein Bad nur bei einem Mieterwechsel zu sanieren, reicht nicht", sagt Wichmann und begründet auch, warum: "Erstens sind wir an langen Mieterbindungen interessiert. Wir wollen also auch unseren treuen Kunden ein modernes Bad bieten. Viele sind inzwischen auf ein barrierearmes Bad angewiesen. Und zweitens kämen wir bei der geringen Fluktuation nie auf die Sanierungsquote, die wir brauchen, um schon aus technischen Gründen eine sichere und hygienische Trinkwasserversorgung sicherzustellen." Denn außer der Optik steht bei der Badsanierung ebenfalls der Austausch aller Leitungen auf dem Programm: "In der alten Bausubstanz sind zum Beispiel noch verzinkte Stahlleitungen für das Kaltwasser verbaut sowie Gussleitungen als Abwasserrohre. Die müssen natürlich auch raus, denn sonst wären Leitungsschäden im frisch renovierten Bad vorprogrammiert", umreißt Wichmann den geplanten Umfang. Der damit beauftragte Installateur Peter Rostek ergänzt: "Die alten Steigleitungen sind davon natürlich genauso betroffen. Am besten ist also, alle Bäder, die in einem Staffelgeschoss an einem Strang hängen, in einem Rutsch zu sanieren." Um den Mietern während der Arbeiten einen Wasch- und WC-Raum anbieten zu können, stellen einige Wohnungsbaugesellschaften draußen Sanitärcontainer auf. "Das ist sehr teuer und nicht immer möglich", hat Wichmann eine solche Idee längst als nicht praktikabel durchgerechnet. Die Mieter während des Umbaus in den Urlaub zu schicken, würde vielen vielleicht gefallen, aber das ist noch weniger zu bezahlen. "Bei unseren Vorüberlegungen lief also alles darauf hinaus, einen Prozess zu entwickeln, der die Ausfallzeit eines Bades auf ein Minimum reduziert", fasst Rostek zusammen. Der Lösungsansatz: komplette Vorwandmodule aus dem Viega-System "Steptec" vorfertigen und vor Ort mit dem darauf abgestimmten System "MuroLive!" verkleiden.

Lesen Sie den ungekürzten Artikel ab Seite 24 der aktuellen Ausgabe 7-8/2018!


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