Sanitär

Vorübergehende Heimat für Dichtringe, Armaturen und Heizkörper

Reisser AG (5)
Aus dem Zentrallager heraus werden alle 52 Niederlassungen versorgt, über den Nachtsprung ist eine besonders schnelle Lieferung von Bestellungen möglich.
Reisser AG (5)

Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und höchster Grad der Warenverfügbarkeit: das neue Logistikzentrum der REISSER AG.

von: Redaktion

Automatisches Kleinteilelager. Ein- und Auslagerung über One-Level-Shuttle. SAP-Dialog. Multifunktionale Arbeitsplätze. Das sind nur einige der Neuerungen, die das neue Logistikzentrum der REISSER AG zu bieten hat. Es zählt zu den modernsten und größten der Branche. Nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts schaut das SHK-Unternehmen nicht nur auf ein erfolgreich absolviertes Großprojekt, sondern ist auch für die Zukunft gerüstet. Die Investitionen für die zentrale Logistik am Stammsitz in Böblingen sind die bislang größten in der 150-jährigen Unternehmensgeschichte. Der Brand des Zentrallagers im Jahr 2014 hatte das Unternehmen vor eine große Aufgabe gestellt: Um die Lieferprozesse aufrecht zu erhalten, wurden externe Lagerhallen angemietet und am Standort in Böblingen alle Ressourcen ausgenutzt. Bei der Planung des neuen Logistikzentrallagers wurde nach bestmöglichen, effizienten und modernen Lösungen gesucht, um höchste Qualitätsansprüche und sämtliche Standards des digitalen Zeitalters zu erfüllen. 2016 erfolgte der Spatenstich, bereits im Sommer 2018 war der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Dabei wurden 1.200 Fertigteile und 2.100 Tonnen Betonstahl verarbeitet. Zwischenzeitlich ist auch der zweite Bauabschnitt fertiggestellt und sämtliche Logistikflächen sind in Betrieb genommen. Daneben wurden im fünfstöckigen verwaltungstechnischen Gebäudeteil das Versandbüro, die Disposition sowie Sanitär- und Schulungsräume eingerichtet. „Wir haben einen Quantensprung gemacht. So viel Geld wurde in der gesamten Firmengeschichte noch nicht in die Hand genommen“, erklärt Thomas J. Buck, Bereichsleiter Logistik, Fuhrpark und IT. Die tiefgreifende Modernisierung hat enorme Auswirkungen für die zukünftige strategische Ausrichtung des Großhandelsunternehmens. Dank der integrierten digitalen Vernetzung verbessern sich die Prozessgüte der hochmodernen und kundenorientierten Logistik und die Lieferqualität weiter. „Wir sind bestens gerüstet für die Zukunft in der SHK-Branche.“

Vom Millimeter kleinen Dichtungsring bis zum Sechs-Meter-Rohr
38.000 Quadratmeter ist der Gebäudekomplex groß, der aus mehreren Lagerbereichen besteht. Herzstück ist das automatische Kleinteilelager: Zwei Drittel der Gesamtartikel lagern hier an den 114.000 Behälterplätzen, vom Dichtungsring bis zur Armatur. Ob Einlagerung oder Kommissionierung: Die weitestgehend automatisierten Abläufe sorgen für eine sichere Auftragsabwicklung und kurze Reaktionszeiten. 25 systemgesteuerte Shuttles bewegen sich über die Förderstrecken in fünf Gassen auf jeweils 38 Ebenen, bringen und holen die Waren vom und zum Lagerplatz. Ob Warenein- oder ausgang: Die Mitarbeiter an den 16 multifunktionalen Arbeitsplätzen haben digitale Zugriffsmöglichkeiten und kommunizieren mit der Anlage per Touchscreen. Modernste Lagertechnik und SAP-gestützte IT-Infrastruktur sorgen für hocheffiziente Abläufe. So auch im Langgutlager: Was länger als 1,50 Meter ist, findet hier seinen richtigen Platz – momentan rund 600 Artikel, davon primär Rohre. In Kassetten wird die Ware aufbewahrt, jede davon ist 6,70 Meter lang und kann mit bis zu drei Tonnen belastet werden. Technische Unterstützung ist auch in diesem Wabenlager nicht weit: „Wenn sich das zentrale Warenbediengerät in Bewegung setzt, ist technische Präzision im Einsatz“, freut sich Buck. Kundenorientiertes Bestellverfahren. Optimale Steuerung und Nachverfolgung der Warenströme. Lückenlose Materialfluss-Dokumentation. Der REISSER AG ist es gelungen, seinen Lieferservice weiter zu steigern: Aus dem Zentrallager heraus werden alle Niederlassungen versorgt, über den Nachtsprung ist es sogar machbar, dass bis 18 Uhr eingegangene Bestellungen schon am nächsten Tag um 5.30 Uhr an den Kunden ausgeliefert werden. Auch der Grad der Warenverfügbarkeit wurde im Rahmen der Logistikprozesse erhöht. Versorgungsartikel liegen nun auf Lager und die vielfältige Erweiterung im Artikelspektrum ist jederzeit möglich. Buck: „Das steht und fällt mit der Zentrallagerlogistik. In Sachen Schnelligkeit und Zuverlässigkeit sind wir jetzt noch breiter aufgestellt – und dieser Mehrwert kommt direkt bei unseren Kunden an.“

Komfortables Arbeiten 
Die Neuerungen und der hohe technische Standard genau wie die zeitgemäßen Anlagen und komfortablen Bedingungen kommen auch den 120 Mitarbeitern im Logistikzentrallager zugute: Vorher mussten bestimmte Abschnitte noch draußen erledigt werden – bei jedem Wetter. Nun wird komplett in temperierten Hallen gearbeitet – inklusive Fußbodenheizung, ergonomischen Arbeitsplätzen und LED-Licht. Die langen Märsche zu Fuß durch die Gänge des manuellen Lagers sind Geschichte: Heute kommissionieren die Mitarbeiter mit elektrischen Kommissionierfahrzeugen in bis zu fünf Metern Höhe und über längere Strecken. Die technischen Helfer sind zu optimalen „Arbeitskollegen“ geworden. Wo früher die Logistikmitarbeiter noch mit Pickzetteln los liefen und mit dem Kugelschreiber einen Haken auf dem Formular setzten, wird heute gänzlich papierlos und nur noch digital gearbeitet. Mobile Scanner sind im Einsatz, die wie alle technischen Hilfsmittel an das SAP-Lagerverwaltungssystem angegliedert sind. „Ob Palletten- oder Warenbewegungen: Das eigentliche Arbeiten wurde extrem erleichtert. Der Mitarbeiter fährt mit der Einheit in die Höhe und kommissioniert direkt ab“, bestätigt Buck. Die Rückmeldungen der Belegschaft sind entsprechend positiv: „Alle arbeiten hoch motiviert und freuen sich über die hervorragende Ausstattung.“ Regale, wohin das Auge sieht: Manuelle Palettenregale, Hochregale, Kragarmregale – für jedes Produkt ist der optimale Logistikplatz vorhanden. Die Regalrahmenhöhe kann sich mit ihren 14 Metern sehen lassen. „Wir bilden hocheffiziente Logistikprozesse ab und werden damit nicht nur den Anforderungen des Marktes gerecht, sondern können auch flexibel auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren“, erläutert Buck. Tätigkeiten, die teils outgesourct waren, werden jetzt wieder im Haus erledigt – beispielsweise Set-Bildungen aus Waschtisch, Armatur und Zuleitungen. Am Ende der berühmt berüchtigten Fahnenstange ist die REISSER AG damit noch lange nicht angekommen. Buck: „Das Gebäude hat noch Reserven – in Sachen Produkte und Dienstleistungen haben wir noch Ideen und Kapazitäten. Das ganze Projekt ist und bleibt lebendig.“

Aufgestiegen in die Oberklasse der Logistik 
Als Flaggschiff sowohl was Prozesse als auch Abbildung der Lagerhaltung betrifft, hat die REISSER Zentrale nun einen hohen Maßstab gelegt. „Wir sind in die Oberklasse der Logistik aufgestiegen. Was Technik und Prozesse angeht, sind wir ganz weit vorne. So ein Gesamtsystem gibt es nur wenige Male in Deutschland.“ In laufenden Projekten geht es um die Vernetzungen der einzelnen Standorte und die Optimierung der Logistik in sämtlichen 52 Niederlassungen. Buck: „Wir sind auf einem super Level – und das werden wir noch steigern. Der nächste qualitative Sprung nach oben wird kommen. Wir haben die Rahmenbedingungen in der Logistik geschaffen, um weiter zu wachsen.“

 


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