5/2012 Installationstechnik
Installateure müssen auf ihre Kunden hören. Und diese wollen sie im Internet finden. Foto: Klobucsar

Der Weg in die digitale Zukunft

Wer nicht im Internet ist, ist nur einem kleinen Publikum bekannt. Für Installateure bietet eine eigene Website neue Möglichkeiten.

Eine Website scheint heute unverzichtbar.  Darin sind sich viele Unternehmer und Internet-Fachleute einig. Bei der von Artweger initiierten Diskussion zum Thema Online-Shops gab es aber scharfe Worte: „Hiesige Shops sind kaum zu finden, und österreichische Installateure sind nicht zu finden im Internet. Man muss präsent sein“, meinte Ing. Franz Haslinger, Bereichsleiter E-Commerce beim Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation. „Der österreichische Installateur“ wollte Genaueres wissen und sprach mit Ing. Franz Haslinger.

Warum glauben Sie, dass viele Installateure nicht online sind?
Ing. Franz Haslinger: Ich denke, hier sind die zuständigen Branchenvertreter der Meinung, dass man am Installateur ohnehin nicht vorbeikommt und somit keine PR nötig sei.
Aber man muss auch online gefunden werden! Wenn Sie nicht bald im Web vertreten sind, sind Sie und Ihr Unternehmen nur einem sehr kleinen Publikum bekannt. Natürlich werden die Umsätze dementsprechend sehr bescheiden aussehen. 
Die heranwachsende Generation der „digital Natives“ ist mit dem Internet, Google und Social Media aufgewachsen und orientiert sich und vor allem kauft nur mehr in diesem Bereich (Internet) ein. Was dort nicht gefunden wird, existiert nicht!!! 
Der Trend in diese Richtung wird immer mehr zunehmen und ist, ob wir wollen oder nicht, nicht aufzuhalten. Somit sollten auch die Installateure wie auch alle anderen Branchen den Weg in die digitale Zukunft gehen, und das möglichst bald.

Und wie soll man hier am besten vorgehen?
Haslinger:  Einerseits durch ein Minimum an Website, die sogenannte Webvisitenkarte. Für Mutigere kann es durchaus sinnvoll sein, einen Webshop zu betreiben.
Die Webvisitenkarte ist eine kurze statische Site, um das Service und den Betrieb inklusive aller Kontaktdaten vorzustellen. 
Der Webshop ist betreuungsintensiver und teurer, bietet aber auch viel mehr Möglichkeiten. 

Erstes klingt nicht allzu schwierig: Kann man sich das selber basteln?
Haslinger:  Ich rate davon ab, es selber zu machen. Dafür gibt es Profis. Ein Programmierer kann ja auch keine Armatur ins­tallieren. Am besten man holt sich drei Angebote ein und betraut dann den Mann oder dieFrau seines Vertrauens mit der firmeneigenen Website.

Wie geht man weiter vor, wenn man die Website hat?
Haslinger:  Beide Varianten, egal ob statische Website oder Online-Shop, sollten eine sinnvolle PR und Marketing betreiben. Deutsche Webshops geben durchschnittlich etwa 3 Prozent des Jahresumsatzes für Marketing und PR aus. 
Hier sollte man in kostenlosen Branchenverzeichnissen, aber auch z. B. auf Herold.at zu finden sein. Sie sollten regelmäßige Presseaussendungen zu aktuellen Themen (Gewährleistung, Garantie, etc), Sonderaktionen, neuen Produkten durchführen und einen Shop mit kleinen Google-AdWords, Banner- und Social-Media-Kampagnen bewerben. 
Da man in diesem Bereich sehr viel falsch machen kann, empfehle ich zumindest am Anfang eine professionelle Betreuung der Kampagnen.
Auf welchen Plattformen sollte der Installateur vertreten sein?
haslinger: Je besser das Unternehmen gefunden wird, desto besser ist die Chance auf einen Auftrag. Ich würde zumindest bei den großen Plattformen, wie  z. B. Herold, Firmenfinder etc. gefunden werden wollen. Es ist sinnvoll, sich immer wieder selbst im Web zu suchen, um festzustellen, welches Ranking man hat.

Wie erfolgt die Präsentation im elektronischen Branchenbuch?
Haslinger:  Bei Herold gibt es da mehrere Varianten, über die ich persönlich nicht ganz informiert bin. Herold erstellt seit kurzer Zeit auch Firmenwebsites auf Basis CMS (Typo3, Joomla). Wichtig sind für den Endkunden z. B. die Kontakt­daten und die Öffnungszeiten. Man sollte auch angeben, in welchen Bezirken man sein Service anbietet. 
Wichtig ist auch klarzustellen, dass die Gewährleistung bei einem Meisterbetrieb vier Jahre beträgt und beim Pfuscher meist einen möglicherweise langen Rechtsstreit nach sich zieht.

Das klingt nach hohen Kosten.
Haslinger:  Unerlässlich ist ein Businessplan. Ich persönlich bin der Meinung, dass es besser ist, einen Shop für 5000.– Euro zu erwerben und 7000,– Euro pro Jahr für Marketing und PR zu investieren als umgekehrt. Was nützt mir der schönste Shop, wenn er nicht gefunden wird und deshalb keiner darin kauft?
Abschließend möchte ich sagen, dass ich es begrüßen würde, wenn es eine österreichweite Branchenförderung für derartige Ausgaben wie Website, Shop-Erstellung und PR und Marketing seitens der WKO und des BMWFJ geben würde.

Vielen Dank für das Gespräch.


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