Installationstechnik

5 Schritte zur zukunftsfähigen Solarenergie

Quelle: Otovo
Quelle: Otovo

Die Gaskrise hat die Nachfrage nach erneuerbaren Energien verstärkt. Besonders beliebt: Photovoltaik-Anlagen und Stromspeicher.

von: Redaktion

In der letzten Förderrunde verzeichnete die staatliche Förderstelle OeMAG bereits nach einer Stunde rund 38.600 Anträge. Die Botschaft ist klar: Österreichs Bürger möchten vermehrt auf alternative Energieressourcen umsteigen, doch der Umstieg gelingt nur langsam. Dabei gibt es naheliegende Lösungen, um den Prozess zu beschleunigen. 
„Dass Solaranlagen und Solarstrom nicht ausreichen werden, um die Energiewende allein zu Ende zu führen, ist klar. Sie sind aber ein unverzichtbarer Baustein auf dem Weg dahin – ein Weg, der nur gemeinsam und mit Hilfe der Politik erfolgreich gemeistert werden kann“, erwähnt Andreas Thorsheim, CEO und Gründer von Otovo.
Der Umfang des knapp 90-seitigen Leitfadens, den der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) im Oktober veröffentlichte, beweist, was viele Anlagenerrichter schon lange beklagen: Die Vorgaben für PV-Anlagen sind veraltet und wirken teilweise willkürlich.
In einigen Bundesländern ist das Anschaffen und Errichten einer PV-Anlage deutlich einfacher als in anderen – von länderübergreifenden, transparenten Lösungen fehlt jede Spur. Und das ist nur einer von mehreren Punkten, an denen Aufholbedarf herrscht. 

Die notwendigen Schritte:

  • Die Mehrwertsteuer auf Photovoltaikanlagen muss komplett entfallen. Eine entsprechende Vorlage gibt es auf EU-Ebene bereits seit Dezember 2021 (Richtlinie 2006/112/EG), die Regierung muss die Mehrwertsteuerbefreiung jedoch noch umsetzen – und zwar so schnell wie möglich. 
  • Um den vom Fachkräftemangel bedingten „Installationsinfarkt” abzufedern, braucht es mutige Förderprogramme: Entsprechende (Um-)Schulungsangebote müssen möglichst breit zur Verfügung gestellt und finanziert werden. Die bereits existierende fünftägige Ausbildung zum/r zertifizierten Photovoltaikpraktiker:in macht ein schnelles Einschulen bereits möglich. Damit fehlende Elektriker und Elektrotechniker jedoch nicht zum Flaschenhals werden, ist die staatliche Förderung von PV Installateur-Ausbildungen sowie das aktive Bewerben dieser Ausbildung unumgänglich. Eine spätere Weiterbildung zum Elektriker sollte dabei von Anfang an mitgedacht werden – und ist angesichts der zu erwartenden Personalnot im Zuge der Energiewende unumgänglich.
  • Die Einspeisevergütung muss wieder stark ansteigen.  Eine Vielzahl von Unternehmen kaufen ihren Strom von PV-Anlagen ab. Dabei gibt es unterschiedlichste Vergütungsmodelle, bei denen hohe preisliche Unterschiede bei Einspeiseverträgen entstehen. Vergleicht man Q4 2020 bis Q4 2022, ist der Marktpreis von 4,2 C/kWh auf 51,4 C/kWh gestiegen. Durch einen starren Tarif hätte diese Preiserhöhung keinen Einfluss auf die Vergütung gehabt, während mit einem variablen Vertrag der Anstieg der Vergütung über 1200 % wäre.
  • Der Umgang mit Mieterstrom muss einfacher werden, um den weitgehend brachliegenden urbanen Raum stärker in die Energiewende einzubeziehen. Dafür braucht es bundesweit einheitliche Lösungen im Umgang mit Datenzählern und die massenhafte Verbreitung von intelligenten Messsystemen – anstatt individueller und komplizierter Vereinbarungen mit den Netzbetreibern.
  • Die hohen bürokratischen Hürden für Endkunden müssen dringend abgebaut werden, zum Beispiel durch eine One-Stop-Anmeldung im Netzregister, die alle anderen Bewilligungen und Anmeldungen (bei Finanzamt & Co) zusammenführt.  Ebenfalls braucht es hier die Digitalisierung und Verschlankung sämtlicher Prozesse zwischen allen Partnern, von der technischen Anschlussregelung bis hin zu den Netzanschlussverträgen, um die administrative Bearbeitung bis zur Installation einer Anlage so gut wie möglich zu reduzieren.

„Wenn Photovoltaik eine der tragenden Säulen der Energieversorgung werden soll, braucht es einen Paradigmenwechsel in der österreichischen Solarpolitik: Es braucht mehr Förderungen für Endkunden und Installateure, eine Entbürokratisierung und mehr Transparenz“, ist sich Thorsheim sicher. 


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